1. Oktober 2015
"Prozessschwund bei den Zivilgerichten - Ursachen und Auswege"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Gralf-Peter Calliess, Universität Bremen:
um 18.00 Uhr c.t. im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, 2. OG, Neue Mainzer Str. 49, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Junghofstraße oder Goetheplatz.

Zum Referenten: Dr. Gralf-Peter Calliess ist Professor für Privatrecht, internationales und vergleichendes Wirtschaftsrecht und Rechtstheorie an der Universität Bremen. Er studierte Rechts- und Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen und am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. 1998 erfolgte die Promotion in Göttingen auf dem Gebiet der Rechtstheorie und 2005 die Habilitation für internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht in Frankfurt am Main. Prof. Calliess ist Vorsitzender der Vereinigung für Recht und Gesellschaft und Direktor am Bremer Zentrum für transnationale Studien (www.zentra.de). 2014 war er Gutachter der Abteilung A - Zivilprozessrecht beim Deutschen Juristentag. 2009 schlug er die Einrichtung von Kammern für internationale Handelssachen mit Englisch als Gerichtssprache vor. Eine entsprechende Bundesratsinitiative scheiterte in der letzten Legislaturperiode, wurde von Hamburg aber erneut eingebracht.

Zum Vortrag: Die Eingangszahlen in Zivilsachen vor den Amts- und Landgerichten sind seit geraumer Zeit rückläufig, gleichzeitig erhöht sich die Verfahrensdauer. Herr Professor Calliess stellt den aktuellen statistischen Befund dar und geht unter den Stichworten "Globalisierung, Europäisierung, und Digitalisierung" möglichen Ursachen nach. Sodann geht er auf seit dem 70. Juristentag im September 2014 in Hannover diskutierte Folgen und Auswege ein. Ohne über ein Patentrezept zu verfügen, konstatiert er einen anhaltenden Reformbedarf in der Justiz, soll diese ihre rechtsstaatliche Aufgabe auch in Zukunft erfüllen.