3. Juli 2009
"Vorstellungen vom Staat – Vom Leviathan zur Reichstagskuppel"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Dr. Günter Frankenberg, Frankfurt am Main
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Seit 1993 lehrt Günter Frankenberg Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, seit März 2009 als assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters "Entwicklung normativer Ordnungen". Frühere Stationen seiner Lehr- und Forschungstätigkeit waren das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der technisch-wissenschaftlichen Welt in Starnberg, die FH Frankfurt am Main und Gastprofessuren an der Harvard Law School, der Boston University, der Tulane Law School und University of Pennsylvania in Philadelphia. In den 90er Jahren war er an Gesetz- und Verfassungsgebungsprojekten in Mittel- und Osteuropa beteiligt. Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit: Vergleichende Analyse von Verfassungen, transnationale Rechtsregime und Wandel des Gefahrenabwehrrechts. Publikationen u. a.: "Die Verfassung der Republik" (1996), "Autorität und Integration – Zur Grammatik von Recht und Verfassung" (2003), "Grundgesetz" (2004), "Staatstechnik – Perspektiven auf Rechtsstaat und Ausnahmezustand" (i. E. 2010).

Zum Vortrag: Der Vortrag geht der Übersetzung staatsrechtlicher Konstruktionen in Bildern nach. Am Anfang steht das Misstrauen des Vordenkers der Moderne, Thomas Hobbes, gegenüber der Sprache, das dem Frontispiz zum "Leviathan" Pate stand. Der Rundgang durch das Bildermuseum moderner Staatlichkeit führt nach den Variationen des "Leviathan" zunächst zum Bentham’ schen Panopticum. Daran schließen sich Überlegungen zur angeblich bilderscheuen Demokratie an. Die These, dass sich die Demokratie der visuellen Veranschaulichung entziehe, wird am Beispiel der parlamentarischen Sitzordnungen und schließlich der Reichstagskuppel widerlegt.