3. Dezember 2008
Gemeinsam mit der Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen
und dem Akademisches Zentrum Rabanus Maurus, Frankfurt am Main,
veranstaltet die FJG ein juristisch-theologisches Fachkolloquium mit dem Thema


"Familie, Staat und Ökonomie"
mit
Herrn Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Frankfurt am Main
Herrn Professor Dr. Wolfgang Rüfner, Köln
Herrn Professor Dr. Josef Schuster SJ, Frankfurt am Main

um 18.00 Uhr c.t. in der Aula der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen, Offenbacher Landstraße 224, 60599 Frankfurt am Main (Haltestelle der Linie 16; Parkmöglichkeit besteht auf dem Gelände der Hochschule).

Zum Thema: Auf dem juristisch-theologischen Fachkolloquium befassen sich einmal im Jahr Juristinnen und Juristen disziplinübergreifend mit einem Gegenstand ihres Arbeitsfelds. In diesem Jahr geht es um die Frage, wie dem gesetzlichen Erziehungsauftrag am besten entsprochen wird. Das von der Rechtsordnung vorgegebene Prinzip der Subsidiarität zu Gunsten von Familien und freien Trägern darf nicht zu Gunsten des Interventionsstaates aufgegeben werden. Genügen aber finanzielle Transferleistungen oder soll der Staat inhaltlich einwirken, wie im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan, der auch Religiosität und Werteorientierung vorsieht? Familie, Staat und freie Träger ringen um das Kindeswohl.

Zur Person: Marcus Hasselhorn, geb. 25.10.1957; Abitur 1976 am Gymnasium Großburgwedel (Landkreis Hannover), Studium der Psychologie in Göttingen und Heidelberg von 1977 bis 1983, Promotionsstipendiat vom 1983-1985 am Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung in München, Promotion 1986 an der Universität Heidelberg, Assistenzzeit in Göttingen von 1985-1993, Habilitation SS 1993 an der Universität Göttingen, 1.12.1993 Ernennung zum Professor (C3) für Entwicklungspsychologie an der TU Dresden, 1995-1997: Rufe auf C4-Professuren an der Universität Gießen, der TH Darmstadt und der TU Dresden, seit 1.10.1997 Professor für Psychologie (C4) und Leiter der Abteilung für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Univ. Göttingen, 2004 Ruf auf ein Ordinariat für Entwicklungspsychologie an die Universität Bern (abgelehnt), seit 2006 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie; gegenwärtige Forschungsschwerpunkte: allg. und differentielle kognitive Entwicklung zu Gedächtnisstrategien, Arbeitsgedächtnis und kognitiver Hemmung, Lern- und Leistungsstörungen, Beeinflussbarkeit von kognitiven Funktionen und Facetten des Leistungsmotivs.

Zur Person: Wolfgang Rüfner, geb. 8.9.1933; em. Prof. für öffentl. Recht und Kirchenrecht der Juristischen Fakultät der Universität Köln. Studium der Rechtswissenschaft in Bonn (1953-57), Promotion bei Ulrich Scheuner 1961 mit der Arbeit "Verwaltungsrechtsschutz in Preußen von 1749-1842". 1966 Habilitation über das Thema "Formen öffentlicher Verwaltung im Bereich der Wirtschaft". Von 1967 bis 1969 folgte ein Lehrauftrag nach Lausanne, ab 1969 Professor an die Juristische Fakultät der Universität Kiel; von 1979-1984 Professor in Saarbrücken und von 1984 bis zu seiner Emeritierung 1998 Direktor des Instituts für Kirchenrecht und rheinische Rechtsgeschichte der Universität Köln. Seit 1998 leitet Wolfgang Rüfner das Institut für Staatskirchenrecht der Diözesen Deutschlands. Er ist Träger des Päpstlichen Gregoriusordens.

Zur Person: Josef Schuster SJ, geb. 1946, seit 1967 Mitglied des Jesuitenordens; nach philosophischen u. theologischen Studien in Münster, Pullach bei München u. Frankfurt am Main 1974 zum Priester geweiht; von 1974-1977 Erzieher für die Jahrgangsstufen 12 u. 13 am Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg u. Lehrer für die Fächer Religion u. Philosophie; unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Alfons Auer 1982 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum Dr. theol. promoviert; Thema der Dissertation: "Ethos und kirchliches Lehramt. Zur Kompetenz des Lehramtes in Fragen der natürlichen Sittlichkeit"; 1982-1986 Leitung des Jugendzentrums "Mergener Hof" in Trier u. nebenamtlicher Religionslehrer am dortigen Friedrich-Wilhelm Gymnasium; nach ordensinterner Ausbildungsphase in Berlin im SS 1987 Aufnahme der Lehrtätigkeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen im Fach Moraltheologie; 1996 habilitiert mit dem Thema "Moralisches Können. Studien zur Tugendethik"; seither Professor an der Hochschule Sankt Georgen; 1998-2004 Rektor des Kollegs Sankt Georgen. Schwerpunkte der Forschung der letzten Jahre: Fragen der Bioethik und medizinischen Ethik; Begründungsprobleme normativer Ethik.