7. Mai 2003
Verfassungsrechtliche Argumente in der Bioethik
Ein Vortrag von Professor Dr. Horst Dreier, Würzburg
im Plenarsaal der Eurohypo AG, Eingang via Deutsche Bank AG, Große Gallusstraße 10-14, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Junghofstraße.

Zur Person: geb. 1954 in Hannover; Studium der Rechtswissenschaften 1975 - 1981 in Hannover, Promotion 1985, Habilitation 1989, nach Professuren in Heidelberg und Hamburg seit WS 1995/96 Ordinarius für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht in Würzburg; seit Mai 2001 Mitglied des Nationalen Ethikrates; seit Februar 2003 ordentliches Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayrischen Akademie der Wissenschaften. - Wichtigste Veröffentlichungen: Rechtslehre, Staatssoziologie und Demokratitheorie bei Hans Kelsen, 1986, 2. Aufl. 1990; Hierarchische Verwaltung im demokratischen Staat, 1991; Grundgesetz-Kommentar (als Herausgeber und Mitautor) 3 Bde. 1996-2000; Die Deutsche Staatsrechtslehre in der Zeit des Nationalsozialismus, VVDStRL 60 (2001) S. 9-72.

Gegenstand des Vortrags: Die Stimmen in der bioethischen Diskussion unserer Tage sind so vielfältig wie die aufgeworfenen Fragen und die sich zu Wort meldenden wissenschaftlichen Disziplinen. Verfassungsrechtlichen Argumenten kommt dabei ein besonders hervorgehobener Status zu: verstoßen neue biotechnologische Techniken wie IVF (in-vitro-Fertilisation), Forschung an humanen embryonalen Stammzellen oder PID (Präimplantationsdiagnostik) gegen Grundrechte oder sonstige Bestimmungen des Grundgesetzes, so ist deren Zulassung durch den bundesdeutschen Gesetzgeber ausgeschlossen. Bei einem Verstoß gegen Art. 1 Abs. 1 GG sind selbst dem verfassungsändernden Gesetzgeber die Hände gebunden. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Vortrag der Frage eines bestehenden legislativen Handlungsspielraumes insbesondere mit Blick auf das Grundrecht auf Leben und die Menschenwürdegarantie.