7. August 2013
"Die Macht der Verhältnisse und die Macht der Klischees - die Frage der Mitläufer, weiterer Läufer und anderer Läufer im Bundesjustizministerium nach 1949"
Ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. Joachim Rückert, Frankfurt am Main
um 18.00 Uhr c.t. im Haus am Dom. Domplatz 3. Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Römer (Domstraße 1), Konstabler (Töngesgasse 8), Hauptwache (Kornmarkt 10) oder Alt-Sachsenhausen (Walter-Kolb-Straße 16).

Zur Person: Joachim Rückert (1945 in Oberbayern), Dr.iur., 1993-2010 o. Univ.prof. i.R. an der Goethe-Universität für Neuere Rechtsgeschichte, Juristische Zeitgeschichte, Zivilrecht und Rechtsphilosophie; Studium der Jurisprudenz, Geschichte und Philosophie in Berlin, Tübingen und München; Examina, Promotion und Habil. in München; 1984 o. Prof. für Zivilrecht und Rechtsgeschichte in Hannover. Forschungsschwerpunkte: Neuere Rechts- und Sozialgeschichte seit dem 18. Jh., historische Rechtsvergleichung, Privatrechtsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, juristische Grundbegriffe in historischer Perspektive, interdisziplinäre Fragen, arbeitsrechtliche Bezüge. Monographien über "A.L. Reyschers Leben und Rechtstheorie" (1974), "Betriebliche Arbeiterausschüsse in Deutschland, Großbritannien und Frankreich im späten 19. und frühen 20. Jh." (1979), "Idealismus, Jurisprudenz und Politik bei Fr. C. von Savigny" (1984), "Autonomie des Rechts in rechtshistorischer Perspektive" (1988), "Frei und sozial" als Rechtsprinzip (2006); zahlreiche Aufsätze und Sammelwerkbeiträge; Hg./Mithg. u.a. der Reihe Savignyana, der Fundamenta Juridica,der Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts, der Methodik des Zivilrechts (1997, 2.A. 2012), der Zs. der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, des Historisch-Kritischer Kommentar zum BGB (darin zu vor § 1: Das BGB und seine Prinzipien, 2003; §§ 611: Dienstvertrag, 2013). Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Fritz-Bauer-Instituts.

Zum Vortrag: Der Vortrag entspringt aus Professor Rückerts Mitarbeit an dem Projekt des Bundesministeriums der Justiz zu seiner NS-Vergangenheit. Dafür waren erstmals alle Personalakten des Ministeriums voll zugänglich. Anhand eines Musterfalls und einiger kritischer Fälle sowie der personellen Entwicklungen auf den Leitungsebenen wird der NS-Anteil in diesem Ministerium gewürdigt, auch anhand der Maßstäbe des sog. Nürnberger Juristenurteils von 1947.