8. Mai 2009
"Die 'Verständigung' in und mit einem internationalen Gericht"
Ein Vortrag von Frau Dr. Renate Jaeger, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Straßburg
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Renate Jaeger begann ihren beruflichen Weg als Richterin am Sozialgericht Düsseldorf. 1970/1971 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundessozialgericht. 1974 wechselte sie an das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, wo sie 1986 Vorsitzende Richterin wurde. In den Jahren 1976-1979 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundesverfassungsgericht abgeordnet. 1987 wurde sie als Richterin an das Bundessozialgericht in Kassel berufen, ein Jahr später (1988) wurde sie zugleich Mitglied des Verfassungsgerichtshofs Nordrhein-Westfalen. 1994 wählte der Bundesrat sie einstimmig zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts (Erster Senat), wo sie als Berichterstatterin das Recht der freien Berufe entscheidend prägte. Seit dem 1. November 2004 ist sie Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. Renate Jaeger ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband und Ehrendoktorin der Juristischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Zum Vortrag: Die Bereitschaft zur Verständigung wird im Europa der 47 (Europarat) auf eine harte Probe gestellt: Die Menschenrechte gelten universell. Aber dennoch müssen erhebliche Unterschiede im rechtlichen und kulturellen Vorverständnis thematisiert und überbrückt werden. Zur sprachlichen Verständigung können sich die Akteure nicht ihrer Muttersprache bedienen. Die Judikate treffen auf ein uneinheitliches Rechtsniveau und eine sehr unterschiedliche Rechtspraxis. Unter solche schwierigen Bedingungen ist jeder Fortschritt hin zu einem einheitlichen Rechtsraum Europa hart erkämpft. Kompromissbereitschaft ist gefragt, auch von den Rechtsanwendern in Deutschland. Diese Überlegungen werden mit Beispielen aus der Judikatur des EGMR illustriert und mit persönlichen Erfahrungen angereichert.