8. Dezember 2011
"Internet - Ende des Datenschutzes?"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Dres. h. c. Spiros Simitis, Frankfurt am Main
um 18.00 Uhr c.t. im Haus am Dom. Domplatz 3. Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Konstabler (Töngesgasse 8), Hauptwache (Kornmarkt 10) oder Alt-Sachsenhausen (Walter-Kolb-Straße 16). Das Parkhaus Römer ist zurzeit wegen Bauarbeiten geschlossen.

Zur Person: Professor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; Leiter der Forschungsstelle für Datenschutz; Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften; Hessischer Datenschutzbeauftragter (1975-1991); Vorsitzender der Expertenkommission für Datenschutzfragen des Europarates (1982-1986); Mitglied der Redaktionskommission der EG-Datenschutzrichtlinie von 1995 (1993-1995); Berater des Internationalen Arbeitsamtes für die Verabschiedung einer Regelung der Verarbeitung von Arbeitnehmerdaten (1994-1995); Vorsitzender des High Level Experts Group on Social Rights der Europäischen Kommission (1998-1999); Mitglied sowie 2001-2005 Vorsitzender des Nationalen Ethikrates (2001 -); Ernennung zum "Protagonista della Cultura Giuridica Europea" durch die Universität Florenz (2004); Chancellor's Citation, University of California, Berkeley (2010).

Zum Vortrag: Wohl in keiner anderen Phase ihrer kurzen Geschichte haben sich die Bedingungen einer computerisierten Verarbeitung personenbezogener Daten so nachhaltig geändert wie seit dem Aufkommen des Internet. Nie zuvor war es so evident, dass weder dem Umfang noch der Auswahl der Verarbeitungsziele, jedenfalls technisch, Grenzen gesetzt sind. Systematische und ständig aktualisierte Profilierungen der Betroffenen, einmalige Informationsmöglichkeiten über jeden von ihnen sowie ständig ausgebaute und fortlaufend diversifizierte Informationserwartungen demonstrieren die vom Internet gebotenen singulären Informationschancen genauso wie die nicht minder evidente Hilflosigkeit des traditionellen Datenschutzinstrumentariums. Kaum verwunderlich, wenn deshalb der Datenschutz kurzerhand als "realitätsfremde Nostalgie" abqualifiziert wird. Mehr denn je kommt es daher darauf an, sich vor dem Hintergrund einer unstreitig radikal modifizierten Verarbeitungstechnologie mit der Funktion und den Chancen eines konsequent restriktiven Umgangs mit personenbezogenen Daten auseinanderzusetzen.