9. Juni 2005
Erfahrungen mit der Schuldrechtsreform
Ein Vortrag von Frau Professor Dr. Barbara Dauner-Lieb, Köln
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Studium der Rechtswissenschaft in Köln, 1983 Promotion in Tübingen bei Professor Dr. Wolfgang Zöllner über Verbraucherschutz als Sonderprivatrecht; 1986 bis 1990 Prokuristin/Leiterin der Zentralen Rechtsabteilung einer mittelständischen Aktiengesellschaft; 1997 Habilitation in Mainz bei Professor Dr. Horst Konzen über Unternehmen im Erbgang; 1998 bis 2000 Universitätsprofessorin an der FernUniversität Hagen, Prorektorin für Lehre, Studium und Studienreform; seit 2000 Universitätsprofessorin an der Universität zu Köln, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Europäische Privatrechtsentwicklung, Direktorin des Instituts für Arbeits- und Wirtschaftsrecht; seit 2002 Richterin am Oberlandesgericht Köln; seit 2005 Prorektorin für Internationale Beziehungen und Öffentlichkeitsarbeit; zahlreiche Veröffentlichungen auf dem Gebiet des Bürgerlichen Rechts und des Gesellschaftsrechts, insbesondere zur Schuldrechtsreform; Herausgeberin des fünfbändigen Anwaltkommentar zum BGB.

Zum Vortrag: Vor rund 3 Jahren ist das Schuldrechtsmodernisierungsgesetz in Kraft getreten: Der Gesetzgeber hatte die zum 1.1.2002 umzusetzende Verbrauchsgüterkaufrichtlinie zum Anlass für die Durchsetzung einer "großen" Lösung genommen. Im Kaufrecht wurden die durch die Verbrauchsgüterkaufrichtlinie veranlassten Neuregelungen auf alle Kaufverträge ausgedehnt, wenn auch zwingendes Recht nur im Anwendungsbereich der Verbrauchsgüterkaufrichtlinie angeordnet wurde. Gleichzeitig wurden auch das Verjährungsrecht und das Allgemeine Leistungsstörungsrecht grundlegend überarbeitet. Dabei sollten die über die Umsetzung der Verbrauchsgüterkaufrichtlinie hinausgehenden Änderungen im Allgemeinen Schuldrecht im wesentlichen nicht zu einer Veränderung der Rechtslage führen, sondern zu einer Modernisierung durch Vereinheitlichung und Vereinfachung und damit um einen Zuwachs an Transparenz und Rechtssicherheit. Wie immer man die Schuldrechtsreform in ihrem grundsätzlichen Anliegen und in den rechtstechnischen Einzelheiten letztlich beurteilen mag, Einigkeit besteht jedenfalls darüber, dass sie Praxis und Wissenschaft vor zunächst sicherlich unterschätzte Anpassungsprobleme gestellt hat, die bis heute nicht völlig bewältigt sind. Der Vortrag wird einen Überblick über den Stand der Diskussion geben und gleichzeitig über den Stand der Bemühungen um eine europäische Schuldrechtsvereinheitlichung informieren.