9. November 2006
Der Jurist, das Recht und das Leben.
Ein Vortrag von Herrn Herrn Professor Dr. jur. Hans-Peter Haferkamp, Köln
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Geb. 1966, Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, München und Bayreuth; 1. und 2. Examen 1992 und 1995 in München. In Bayreuth und an der Humboldt-Universität in Berlin wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Neuere und Neueste Rechtsgeschichte (Prof. Dr. Rainer Schröder). 1994 Promotion in Berlin. Lehraufträge in Bayreuth und Potsdam. 1996-2000 leitende Mitarbeit am DFG-Projekt “Zivilrechtskultur der DDR“. 2001-2002 Habilitationsstipendium der DFG, 2002 Gefördertes Mitglied der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft und Habilitation in den Fächern Bürgerliches Recht, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit, Deutsche Rechtsgeschichte und Methodenlehre. Lehrauftrag in Berlin, Vertretung einer Professur für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte in Köln. 2003 Ordinarius für Bürgerliches Recht und Deutsche Rechtsgeschichte an der Universität zu Köln. 2004 Auszeichnung der Habilitation: Georg Friedrich Puchta und die „Begriffsjurisprudenz“ als eines der fünf „Juristischen Bücher des Jahres 2004“ (NJW 2004, S. 3466 f.; JZ 2004, S. 1167), Gründungsmitherausgeber und leitender Mitarbeiter der ersten europäischen Internetzeitschrift für Rechtsgeschichte: Forum Historiae Iuris (http//www.forhistiur.de). Mitherausgeber der Rheinischen Schriften zur Rechtsgeschichte (Nomos) und der RechtsGeschichte (Lit-Verlag): Dozent an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Koblenz. Mitglied des Vorstandes des Rheinischen Vereins für Rechtsgeschichte e.V.; Wissenschaftlicher Beirat der Brüder Grimm-Gesellschaft e.V..

Zum Vortrag: Lebensnähe und Praxistauglichkeit sind Forderungen, die nicht erst heute an das Recht und seine Umsetzung durch den Juristen gestellt werden. Wie also kommen das Recht und das Leben im Kopf des Juristen zusammen? Der Terminus „Bedürfnisse“ des Lebens, der Praxis etc. wird zum Aufhänger genommen für eine tour d’horizon durch die Privatrechts- und Methodengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Dabei werden verschiedene Modelle für ein „lebensnahes“ Recht betrachtet und deren wissenschaftstheoretische und politische Voraussetzungen näher beleuchtet. Es wird gezeigt, dass im gesamten Untersuchungszeitraum der scheinbar evidente Ruf nach „Praxisnähe“ ein ideologisches Argument blieb, hinter dem sich philosophische, theologische, ethische, rechtspolitische und andere Forderungen an das Recht und die Juristen verstecken ließen. Hat sich daran womöglich kaum etwas geändert?