11. November 2010
"Größe und Elend der Verfassungsänderung"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Horst Dreier, Würzburg
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Horst Dreier, 1954 in Hannover geboren; dort von 1975 bis 1981 Studium der Rechtswissenschaften; anschließend Assistent bei Prof. Dr. Hasso Hofmann an der Universität Würzburg; 1985 Promotion mit einer Arbeit über den österreichischen Rechtstheoretiker Hans Kelsen, der zu den bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts zählt; 1989 Habilitation für die Fächer Öffentliches Recht, Rechtstheorie und Verwaltungswissenschaften an der Universität Würzburg; Ende 1990 Berufung auf die C 3-Professur Öffentlichen Rechts in Heidelberg; kurz darauf Ruf an den Lehrstuhl für "Öffentliches Recht und Verwaltungslehre" am Fachbereich Rechtswissenschaft I der Universität Hamburg, dort lehrte er von 1991 - 1995; seit Wintersemester 1995/96 Ordinarius für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht an der Juristischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Dort wurden seine Lehrveranstaltungen zum Staats- und Verfassungsrecht von den Studierenden in drei aufeinander folgenden Semestern zur "besten Vorlesung" gewählt. Im Oktober 2000 Ablehnung des Rufs auf den Lehrstuhl für "Rechtsphilosophie/Rechtssoziologie und Öffentliches Recht" an der Universität Mainz; von 2001 bis 2003 Dekan der Juristischen Fakultät; ab Mai 2001 Mitglied des Nationalen Ethikrates; Dezember 2002 Verleihung des "Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst", durch den Bundespräsidenten der Republik Österreich; Februar 2003 Wahl zum ordentlichen Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; 2003 - 2005 Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer; Herausgeber eines dreibändigen, neu konzipierten Grundgesetz-Kommentars; Bd. 1 (Art.1-19), 1996, 2. Aufl. 2004; Bd. 2 (Art. 20-82) 1998, 2. Aufl. 2006; Bd. 3 (Art. 83-146), 2. Aufl. 2008; gemeinsam mit Peter Badura der zweibändigen "Festschrift 50 Jahre Bundesverfassungsgericht" (Tübingen 2001); Mitherausgeber der Zeitschrift "Die Öffentliche Verwaltung", der "Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften", der "Zeitschrift für Gesetzgebung. Vierteljahresschrift für staatliche und kommunale Rechtsetzung" und der "Zeitschrift für öffentliches Recht" sowie der "Würzburger Vorträge zur Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie" und der seit 2004 bei Mohr Siebeck erscheinenden Schriftenreihe "Grundlagen der Rechtswissenschaft".

Zum Vortrag: Die Verfassung als Grundordnung des Gemeinwesen soll "das Ruhende und Feste" (Robert von Mohl) sein: Vorgabe des politischen Prozesses, nicht dessen beliebig gestaltbares Objekt. Andererseits muss auch die Verfassung sich als anpassungsfähig erweisen, um neue Herausforderungen bewältigen oder besseren Einsichten Rechnung tragen zu können. Wenn allerdings die Änderung einer Verfassung genau denjenigen politischen Kräften anvertraut ist, für die sie eigentlich unverrückbare Vorgabe sein sollte, ergeben sich massive Probleme, die keineswegs nur (aber auch) ästhetischer Natur sind. Das wird anhand der Veränderungsgeschichte des Grundgesetzes näher erläutert.