12. Juni 2014
"Ist die deutsche ZPO noch zeitgemäß? Benötigen wir neue Instrumente zur kollektiven Rechtsdurchsetzung von Massenansprüchen?"
Ein Vortrag von Frau Prof. Dr. Astrid Stadler, Universität Konstanz

um 18.00 Uhr c.t. im Haus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Römer (Domstraße 1), Konstabler (Töngesgasse 8), Hauptwache (Kornmarkt 10), oder Alt-Sachsenhausen (Walter-Kolb-Straße 16).

Zur Referentin: Die Referentin hat einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, Rechtsvergleichung und Internationales Privatrecht an der Universität Konstanz. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im internationalen und europäischen Zivilprozessrecht und seit einigen Jahren bei Fragen des kollektiven Rechtsschutzes. Sie ist zudem Inhaberin einer Stiftungsprofessur für "Comparative mass litigation" an der Erasmus Universität in Rotterdam. Neben zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen zum kollektiven Rechtsschutz erschien Ende 2013 das gemeinsam mit dem Oxforder Kollegen Christopher Hodges herausgegebene Buch "Resolving mass disputes – ADR and settlement of mass claims". Prof. Stadler ist u.a. stellvertretende Vorsitzende der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages, Mitherausgeberin der JZ und Vorstandsmitglied der Zivilprozessrechtslehrervereinigung.

Zum Vortrag: Der 70. Deutsche Juristentag in Hannover wird sich im September 2014 in der Abteilung Prozessrecht mit der Frage befassen, ob ZPO und GVG noch zeitgemäß sind. Der kollektive Rechtsschutz wird dabei am Rande ebenfalls eine Rolle spielen. Europaweit steht seine Reform unter dem Stichwort "private enforcement" seit Jahren auf der politischen Agenda. Zahlreiche Mitgliedstaaten haben bereits neue Instrumente zur Durchsetzung von Massenschäden im Verbraucher-, Produkthaftungs- oder Anlegerrecht erlassen. Seit Juli 2013 liegt eine Empfehlung der Europäischen Kommission vor, die den Mitgliedstaaten nahelegt, zur Durchsetzung von Schadensersatz- und Unterlassungsansprüchen infolge von Massenschadensereignissen eine Art Gruppenklage bzw. eine repräsentative Klage von privaten Organisationen oder Behörden einzuführen, um die Ansprüche von Geschädigten in einem Verfahren zu bündeln. Dies ist dies der Versuch, gemeinsame Prinzipien für die weitere Entwicklung in Europa zu schaffen und gleichzeitig dem Missbrauchspotential der berühmt-berüchtigten US-amerikanischen class action vorzubeugen. Der Vortrag geht der Frage nach, ob die europäische Empfehlung den Rahmen richtig absteckt und wie das deutsche Recht darauf reagieren sollte.