15. Januar 2009
"Kartellrecht 2008 – Missbrauchsaufsicht, Kartellverfolgung und Private Kartellrechtsdurchsetzung"
Ein Vortrag von Herrn Dr. jur. Konrad Ost, LL.M., Bonn
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Konrad Ost Dr. jur. (Heidelberg), LL.M. (Cambridge), ist seit 1.11.2008 Leiter Prozessführung und Recht im Bundeskartellamt und damit u. a. für die Vertretung des Bundeskartellamts vor dem Bundesgerichtshof zuständig. 2004 bis 2008 leitete er das Grundsatzreferat zum deutschen und europäischen Kartellrecht. Im Rahmen dieser Tätigkeit war er vor allem mit der Begleitung legislativer Projekte auf deutscher und europäischer Ebene (7. GWB-Novelle, Preismissbrauchsnovelle, Private Kartellrechtsdurchsetzung, Art. 82 EG) sowie der Zusammenarbeit im Rahmen des ECN (European Competition Network) befasst. Zuvor war er Referent in der Prozessabteilung und in einer vorwiegend für Maschinenbau und Medizinprodukte zuständigen Beschlussabteilung. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Bonn und hat verschiedentlich zum Kartellrecht publiziert, zuletzt im Münchener Kommentar zum Wettbewerbsrecht.

Zum Vortrag: Es werden die kartellrechtlichen Schwerpunkte des Jahres 2008 nachgezeichnet. Im Bereich der Missbrauchsaufsicht hat die Europäische Kommission im Dezember 2008 nach jahrelangen Diskussionen ein "guidance"-Papier herausgegeben, in dem die zukünftige Vorgehensweise der Kommission bei der Anwendung des Art. 82 EG dargestellt wird. Die Verfolgung von sog. Hard-core-Kartellen ist seit einiger Zeit einer der Schwerpunkte der kartellbehördlichen Praxis in Deutschland und Europa. In dem Vortrag werden die aktuell diskutierten Fragen insbesondere des deutschen Kartellordnungswidrigkeitenrechts in einem Überblick dargestellt. Handelt es sich bei der Missbrauchsaufsicht noch um ein spezifisch kartellrechtliches Thema, so ist die Kartellverfolgung mit ihren straf-, ordnungswidrigkeiten- und verfassungsrechtlichen Implikationen von allgemeiner juristischer Bedeutung. Dies gilt noch mehr für die Entwicklung im Bereich der privaten Kartellrechtsentwicklung, dem der dritte Teil des Vortrags gewidmet wird. Hier soll es um die Vorschläge der Kommission in ihrem 2008 erschienen Weißbuch zu privaten Kartellrechtsdurchsetzungen gehen.