16. Mai 2013
"Die Wandlungen des Deliktsrechts im 20. Jahrhundert und die Herausforderungen der europäischen Rechtsvereinheitlichung"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Gottfried Schiemann, Tübingen
um 18.00 Uhr c.t. im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, 2. OG, Neue Mainzer Str. 49, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Junghofstraße oder Goetheplatz.

Zur Person: Geboren 1943, promoviert 1971 in Hamburg bei dem berühmten Römischrechtler Max Kaser, habilitiert 1979 in München als Assistent von Dieter Medicus für "Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Privatrechtsgeschichte der Neuzeit, Handelsrecht". Seit 1979 Professor in Hannover, Bielefeld, Erlangen und (seit 1993) in Tübingen. Im Ruhestand seit 2011. Bekannt durch Kommentierungen des Deliktsrechts (Erman) und des allgemeinen Schadensrechts (Staudinger) sowie als Mitverfasser des Handbuchs "Schadensersatz" mit Hermann Lange. Weitere Arbeitsschwerpunkte: Privatrechtsgeschichte und Erbrecht.

Zum Vortrag: In den Diskussionen um die Vereinheitlichung des Deliktsrechts in Europa hat das deutsche Recht der "unerlaubten Handlungen" geringes Gewicht. Dies scheint nicht zuletzt damit zusammenzuhängen, dass sich dieses Rechtsgebiet gegenüber dem Text des BGB durch die "Wandlungen des Deliktsrechts" (Ernst v. Caemmerer) weit von seinem Ursprung entfernt und anderen europäischen Rechtssystemen gen&auhert hat. Im letzten halben Jahrhundert hat sich jedoch die Einschätzung der kodifikatorischen Leistung des Gesetzgebers im Deliktsrecht wesentlich geändert. Dadurch ist trotz der unbestreitbaren Lücken und Mängel im Detail das System des deutschen Deliktsrechts im Ganzen klarer hervorgetreten und kann auf der Grundlage der historischen Erkenntnisse objektiver bewertet werden. Dies ist geeignet, die Stimme des deutschen Rechts im europäischen Diskurs mit größerem Selbstbewußtsein und höherer legislativer Kompetenz zur Geltung zu bringen.