16. Oktober 2008
"Welche Struktur für ein künftiges europäisches Vertragsrecht?"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Dr. Stefan Grundmann, LL.M., Berlin
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: geboren 1958, Abitur am humanistischen Maximilians-Gymnasium in München, ab 1977 Studium der Rechtswissenschaften und der Kunstgeschichte in München, mit Auslandsaufenthalten in Aix-en-Provence, Lausanne, Lissabon und Berkeley, Abschlüsse 1982 bzw. 1987 in München, Promotion zum Dr. iur. (1985) sowie zum Dr. phil. (1988) und Habilitation in München (1995), Master of Laws in Berkeley (1990). Rufe an die Universitäten Regensburg, Frankfurt (Oder), Halle (Saale), Erlangen-Nürnberg und an die Humboldt-Universität zu Berlin. Professuren sowie Aufbau und Leitung von wirtschaftsrechtlichen Studiengängen an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) und an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg (1995-2001 bzw. 2001-2004). Gastprofessor in London (King's College, seit 1999), Rom ('la Sapienza', seit 2003), am University College London und in Oxford. Mitgründer und derzeit Präsident der Society of European Contract Law, der knapp 400 Mitglieder zählenden internationalen Fachvereinigung für Europäisches Vertragsrecht. Umfangreiche Gesetzgebungsberatung im Vertrags- und Bankrecht in der Volksrepublik China. Monographien und Kommentierungen vor allem zum Internationalen Privatrecht (1985), zum Recht der treuhänderischen Verträge (1997), zum Europäischen Schuldvertragsrecht (1999), Europäischen Kaufrecht (2002), Geld- und Zinsrecht sowie zum Verschulden (2001, 2003), zum Bankrecht (Zahlungsverkehr, Allgemeines Bank-Kunden-Verhältnis, Wertpapiergeschäft) und zum Kapitalmarktrecht (u.a. 1990, 2001) sowie zum Europäischen Gesellschaftsrecht (2004). Daneben Herausgabe zahlreicher Schriften vor allem zu Schlüsselthemen des Europäischen Vertragsrechts, der Reihe Ius Communitatis, der ersten Lehrbuchreihe zum gesamten materiellen Europarecht. Seit 2005 Herausgeber der European Review of Contract Law (geschäftsführend), seit 1999 der European Business Law Review (Mitherausgeber), Mitglied des Herausgeberrates weiterer Zeitchriften. Besonderes Interesse auch für das Binnenmarktkollisionsrecht und die Binnenmarktrechtsvergleichung. Außerdem Monographien zu Tizian (1987), zur Modernen und Postmodernen Architektur (1995) und zur Architektur der Stadt Rom (1997 und 2007).

Zum Vortrag: Nachdem nunmehr der akademische Referenzrahmen als Entwurf vorliegt und an einem politischen Referenzrahmen für die Europäische Gemeinschaft im Vertrags- und Privatrecht mit Hochdruck gearbeitet wird, stellt sich die Frage nach der Europäischen Privatrechtskodifikation sehr konkret. Wenn Kodifikation vor allem auch Systembildung ist, so stellen sich etwa folgende Fragen: Wie viel vom Privatrecht soll europäisch kodifiziert werden? Soll es in verschiedene gruppenspezifische Rechte unterfallen (Handels-, Verbraucher- oder allgemeines Privatrecht)? Welche Hauptwerte muss es verwirklichen? Erst wenn diese Fragen überzeugend, vielleicht sogar in weitgehendem Konsens beantwortet sind, kann vernünftigerweise über Einzellösungen gesprochen werden – obwohl sich heute durchaus auch schon die Frage nach der Auswahl der wichtigsten und praxisrelevanten Einzelproblemgruppen stellt.