19. Januar 2006
Thomas Hobbes, die Konstruktion des politischen Körpers und seine Darstellung
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Thomas Vesting, Frankfurt am Main
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Studium der Rechts- und Politikwissenschaft an der Universität Tübingen (1979-1983). Promotion zum Dr. jur. an der Universität Bremen (1989). Zweites Juristisches Staatsexamen Hamburg (1991). Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hans-Bredow-Institut, Hamburg (1991-1994). Habilitation an der Universität Hamburg (1996). Vertretungsprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin (1994-1996), Lehrstuhl an der Universität Augsburg (1996), ab 2002 an der Universität Frankfurt am Main. Fellow am Robert-Schuman Centre for Advanced Studies, Fiesole/Firenze (2000-2001); Forschungsaufenthalt dort 2002; Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (2004-2005). Arbeits- und Interessenschwerpunkte: Rechtstheorie, Medienrecht, Verwaltungs- und Verfassungsrecht.

Zum Vortrag: In der gegenwärtigen (geistes-)wissenschaftlichen Diskussion und in den Medien ist viel von der "Macht der Bilder" die Rede. Der Berliner Kunsthistoriker H. Bredekamp hat zu dieser Debatte ein Buch über Thomas Hobbes beigesteuert, das die These aufstellt, dass Hobbes den modernen Staat nicht habe denken können, ohne sich von ihm ein Bild – jenes berühmte Titelblatt des Leviathan von 1651 – gemacht zu haben. Der Vortrag will zeigen, dass Hobbes Theorie eines künstlichen politischen Körpers einen tiefen Schnitt in die Ideenevolution seit Platon einkerbt. Das Bild des Leviathan stellt tatsächlich etwas Undarstellbares dar: den modernen Staat, der die alteuropäische Welt der Re-Präsentation eines (naturhaft gegebenen) Seins hinter sich lässt. Das anthropomorphe Titelblatt, das den Staat als großen Menschen präsentiert, ist aber keineswegs die piktorial-performative "Initialzündung" des modernen politischen und staatsrechtlichen Denkens. Es ist eher eine Verlegenheitslösung, die hinter die eigene Einsicht von Hobbes zurückfällt, dass der Staat wie eine Maschine, ein Uhrwerk oder ein (kybernetisches) System gedacht werden muss.