19. Januar 2017
"Kameras in die Gerichtssäle? Zu den Anforderungen an eine zeitgemäße Medienarbeit der Justiz"
Ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. Roman Poseck, Frankfurt am Main
um 19.00 Uhr s.t. im Hörsaal 12 (3. Stock) der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main. (siehe beigefügten Lageplan als pdf-Datei).
ÖPNV: Ul, U2, U3, U8 oder Buslinie 36, Haltestelle Holzhausenstr.
Für Autofahrer bestehen Parkmöglichkeiten in den Parkhäusern Grünhof (Eschersheimer Landstr. 168) und Palmengarten (Siesmeyerstr. 61), auf dem Parkplatz Siesmeyerstraße (Siesmeyerstr. 66) und in der Fürstenherger Straße.


Zum Referenten: Roman Poseck, geboren 1970, studierte Rechtswissenschaften in Gießen und Utrecht. Er wurde 1997 an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert und arbeitete dort als wissenschaftliche Hilfskraft und wissenschaftlicher Mitarbeiter, unter anderem bei den Professoren Peter Cramer und Klaus Lange. Das 2. Juristische Staatsexamen legte er 1999 in Frankfurt am Main ab. Nach einer einjährigen Tätigkeit bei der BASF AG in Ludwigshafen wechselte er in die Justiz des Landes Hessen, zunächst als Richter am Landgericht Limburg an der Lahn. Es folgte eine längere Abordnung in das Hessische Ministerium der Justiz in Wiesbaden. Dort leitete er von 2007 bis 2012 die Zentralabteilung und war ständiger Vertreter des Staatssekretärs. Seit Mai 2012 ist Roman Poseck Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main und dort gleichzeitig Vorsitzender des 26. Zivilsenates. Seit Oktober 2016 ist er Honorarprofessor an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

Zum Vortrag: § 169 GVG verbietet Ton-, Film- und Fernsehaufnahmen aus Gerichtsverhandlungen. Sind diese Einschränkungen noch zeitgemäß? Spätestens mit dem NSU-Verfahren vor dem Oberlandesgericht München hat eine intensive Debatte über audio-visuelle Aufzeichnungen und Übertragungen von Prozessen begonnen. Die Befürworter einer Lockerung des Verbots von Ton- und Filmaufnahmen verweisen auf eine gewandelte Medienlandschaft und ein höheres Informationsbedürfnis. Dagegen berufen sich die Fürsprecher einer Beibehaltung des geltenden Rechts auf die Besonderheiten der Justizverfahren und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Ein aktueller Gesetzentwurf der Bundesregierung schlägt eine Lockerung des Aufnahmeverbots unter anderem für Urteilsverkündungen vor den obersten Bundesgerichten und bei historisch bedeutsamen Verfahren vor. Der Vortrag widmet sich den rechtlichen und praktischen Fragestellungen einer zeitgemäßen Medienarbeit der Justiz. Dabei werden auch Erfahrungen aus anderen Ländern einbezogen.