20. November 2007
Gemeinsam mit der Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen
und dem Akademisches Zentrum Rabanus Maurus, Frankfurt am Main,
veranstaltet die FJG ein juristisch-theologisches Fachkolloquium mit dem Thema


Was ist des Menschen Würde?
mit
Herrn Professor Dr. Dr. h. c. Hasso Hofmann, Würzburg
Herrn Professor Dr. Josef Schuster SJ, Frankfurt am Main

um 18.00 Uhr c.t. im Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Römer.
Vor dem Vortrag lädt das Haus am Dom zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zum Thema: (Hasso Hofmann) Gegen die "Mitgift- und Leistungstheorien" der Menschenwürde – von ihm so bezeichnet – vertritt H. eine kommunikationstheoretische Deutung: "Die versprochene Menschenwürde" (Berliner Antrittsvorlesung 1993). Zudem plädiert er für eine Entkoppelung von Menschenwürdegarantie und Lebensschutz. In einem im Erscheinen begriffenen Text zeigt H., dass die einschlägige Rechtsprechung des BVerfG einer Parteinahme in einem naturphilosophischen Streit gleichkommt, der seit der Antike um die Menschwerdung geführt wird.
(Josef Schuster) Gerade im Kontext der Debatte um die verbrauchende Forschung mit embryonalen Stammzellen, der moralischen und rechtlichen Zuverlässigkeit der Präimplantationsdiagnostik, des Forschungsklonens und des Umgangs mit "überzähligen" Embryonen ist eine z. T. heftige Debatte über das ethische und rechtliche Prinzip der Menschenwürde und seiner Reichweite entbrannt. Einige Juristen neigen dazu, diesem Prinzip lediglich eine unbestimmte Rechtsbedeutung zuzuerkennen, während andere – Juristen, Philosophen und Theologen – an ihm das notwendige ethische wie rechtliche Prinzip in den Kontroversfragen der Bioethik bzw. genereller des menschlichen Lebensschutzes überhaupt sehen. Theologen sprechen in diesem Zusammenhang von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und sehen theologisch in ihr den Geltungsgrund dessen, was philosophisch wie juristisch als Menschenwürde bezeichnet wird. Es lässt sich zeigen, dass beide Sichtweisen – rechtlich verstanden – einander nicht ausschließen, sondern ergänzen.


Zur Person: Hasso Hofmann, geb. 1934 in Würzburg; Studium in Heidelberg, München u. Erlangen; 1. u. 2. Staatsprüfung in Erlangen bzw. München; Promotion und Habilitation in Erlangen; 1976-1992 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie der Universität Würzburg, 1992-2002 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Rechts- und Staatsphilosophie der Humboldt-Universität Berlin; 1989/90 Fellow der Friedrich von Siemens Stiftung München; 2001 Ehrendoktor der Universität Frankfurt; 1995-2007 Mitglied des Vorstands der Juristische Gesellschaft zu Berlin; Mitglied der Bayer. und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. – Wichtigste Veröffentlichungen: Legitimität gegen Legalität – Der Weg der politischen Philosophie Carl Schmitts, 4. Aufl. 2002, ital. Übers. 1999; Repräsentation – Studien zur Wort- und Begriffsgeschichte von der Antike bis ins 19. Jahrhundert, 4. Aufl. 2003, ital. Übers. 2007; Einführung in die Rechts- und Staatsphilosophie, 3. Aufl. 2006, ital. Übers. 2003, 5. Aufl. 2007.

Zur Person: Josef Schuster SJ, geb. 1946, seit 1967 Mitglied des Jesuitenordens; nach philosophischen u. theologischen Studien in Münster, Pullach bei München u. Frankfurt am Main 1974 zum Priester geweiht; von 1974-1977 Erzieher für die Jahrgangsstufen 12 u. 13 am Aloisiuskolleg in Bonn-Bad Godesberg u. Lehrer für die Fächer Religion u. Philosophie; unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Alfons Auer 1982 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum Dr. theol. promoviert; Thema der Dissertation: "Ethos und kirchliches Lehramt. Zur Kompetenz des Lehramtes in Fragen der natürlichen Sittlichkeit"; 1982-1986 Leitung des Jugendzentrums "Mergener Hof" in Trier u. nebenamtlicher Religionslehrer am dortigen Friedrich-Wilhelm Gymnasium; nach ordensinterner Ausbildungsphase in Berlin im SS 1987 Aufnahme der Lehrtätigkeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen im Fach Moraltheologie; 1996 habilitiert mit dem Thema "Moralisches Können. Studien zur Tugendethik"; seither Professor an der Hochschule Sankt Georgen; 1998-2004 Rektor des Kollegs Sankt Georgen. Schwerpunkte der Forschung der letzten Jahre: Fragen der Bioethik und medizinischen Ethik; Begründungsprobleme normativer Ethik.