21. März 2018
"Beratungspflichten von Banken im Kapitalanlagegeschäft"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Jürgen Ellenberger, Vizepräsident des BGH und Vorsitzender des XI. Zivilsenats
um 18.15 Uhr im Landgericht Frankfurt am Main, Gerichtsstraße 2, 60313 Frankfurt am Main (B-Gebäude, 2. Stock, Fritz-Bauer-Saal)
Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Am Gericht (Klapperfeldstraße 8)


Zum Referenten: Jürgen Ellenberger, geb. 1960 in Wichte, ist seit 2004 Richter am Bundesgerichtshof im XI. Zivilsenat, der u.a. für Bank- und Kapitalmarktrecht zuständig ist. Seit 2015 ist er Vorsitzender dieses Senats und seit 2016 Vizepräsident des Bundesgerichtshofs und Honorarprofessor an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Er kommt aus der hessischen Justiz, wo er am Amtsgericht Alsfeld, dem Landgericht Marburg, dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main und im Hessischen Ministerium der Justiz tätig war. Er ist Mitherausgeber und Mitautor des „Ellenberger/Findeisen/Nobbe, Kommentar zum Zahlungsverkehrsrecht“ und des „Ellenberger/Schäfer/Clouth/Lang, Praktikerhandbuch Wertpapier- und Derivategeschäft“ sowie Mitautor des „Nobbe, Kommentar zum Kreditrecht“, des „Schäfer/Sethe/Lang, Handbuch der Vermögensverwaltung“ und des „Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch“. Ferner ist er Mitherausgeber der Zeitschriften „BankPraktiker“ und „BKR“ sowie im Herausgeberbeirat der Zeitschrift „ZBB“.

Zum Vortrag: Das Kapitalanlagegeschäft birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Seit dem sog. Bond-Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1993 gehört der stillschweigend geschlossene Beratungsvertrag, der die Bank zur anleger- und objektgerechten Beratung eines Anlageinteressenten verpflichtet, zum Standard der Bank-Kunde-Beziehung. Hinzu kommt die Pflicht der Bank, den Kunden über einen schwerwiegenden, nicht offenkundigen Interessenkonflikt aufzuklären, in dem sie sich befindet, wenn sie im Dreipersonenverhältnis verdeckte Vergütungen erhält oder im Zweipersonenverhältnis im Falle einer reinen Zinswette eine Bruttomarge in die Zinsformel einstrukturiert. Besondere Aktualität haben auch Klagen von Gebietskörperschaften wegen verlustbringender Swap-Geschäfte erlangt.