22. Januar 2010
"Prinzipien der Rechtsfortbildung im europäischen Rechtsraum - Überlegungen aus Anlass des Lissabon-Urteils des Bundesverfassungsgerichts"
Ein Vortrag von Herrn Professor Dr. Armin von Bogdandy M.A., Frankfurt am Main
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: 1978 Abitur in Dinslaken; Oktober 1979 Jurastudium; Oktober 1980 Zweitstudium in Philosophie; Juni 1984 1. Staatsexamen in Freiburg/Breisgau; ab November 1984 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin; Juni 1987 Magister der Philosphie an der FU Berlin; April 1988 Dissertation bei Prof. Dr. A. Hollerbach über den Gesetzesbegriff bei Hegel in Freiburg; Juli 1989 2. Staatsexamen in Berlin; Nov. 1989/Dez. 1992 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin bei Prof. Dr. E. Grabitz zur Koordinierung der Studie "Trade Barriers in the United States of America"; Koordinator der Studie "Das Instrumentarium der Europäischen Gemeinschaft zum Schutz der europäischen Wirtschaft im internationalen Wettbewerb"; Praktikum bei der Kommission der EG’n, Generaldirektion I "Auswärtige Beziehungen", Referat "Beziehungen zum GATT und zur OECD"; Jan. 1993/Dez. 1995 Habilitationsstipendiat der DFG; Sept. 1995/Aug. 1996 Jean Monnet Fellow am Europäischen Hochschulinstitut in Fiesole, Italien; Juli 1996 Habilitation FU Berlin; August 1997 Professur für Öffentliches Recht, insbesondere Europarecht und internationales Wirtschaftsrecht, sowie Rechtsphilosophie (C4) an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main; Februar 2001 Richter am OECD Kernenergiegericht, Paris; seit Oktober 2006 Präsident des Gerichts; Oktober 2002 Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg; Mai 2003/Feb. 2009 Professor an der Juristischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; 2005/2008 Mitglied des Wissenschaftsrates; 2005/2009 Global Professor of Law an der New Yorker University School of Law, USA; Juni 2008 Verleihung des Preises der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wirtschaft, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung; Juni 2008 Mitglied des Wissenschaftlichen Komitees der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (2008-2013).

Zum Vortrag: Rechtswissenschaftler und Rechtspraktiker in Europa sind Zeugen und Akteure der Entfaltung eines neuen öffentlichen Rechts im Zeichen der europäischen Integration: Es zeichnet sich ein neues ius publicum europaeum ab. Es ist der öffentlichrechtliche Aspekt eines Rechtsraums, den das Recht der Europäischen Union und das ihrer Mitgliederstaaten gemeinsam bilden. Ohne richterliche Rechtsfortbildung ist dieser Rechtraum kaum erfolgreich zu gestalten. Aber zukunftsweisende Rechtsfortbildung, gerade auch der mitgliedstaatlichen Gerichte, muss den gesamten Raum in den Blick nehmen, sich also vom methodischen Nationalismus befreien. Das Verallgemeinerungsprinzip und das Gestaltungsprinzip können bei dieser schwierigen Aufgabe helfen; sie werden in dem Vortrag entwickelt und anhand des Lissabon-Urteils des Bundesverfassungsgerichts plausibilisiert.