25. April 2006
um 18.00 Uhr s.t. Oberlandesgericht, Zeil 42, Gebäude D, Raum 5/6, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im
Parkhaus "Am Gericht".


Gemeinsam mit dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main, laden wir zur Präsentation der neu
erschienenen Publikation durch die Herausgeber und Autoren:


Politische NS-Justiz in Hessen
Die Verfahren des Volksgerichtshofs,
der politischen Senate der Oberlandesgerichte Darmstadt und Kassel 1933 – 1945 sowie Sondergerichtsprozesse in Darmstadt und Frankfurt/M. (1933/34)


Die NS-Diktatur setzte ein breites Instrumentarium ein, um politische Gegner auszuschalten oder gegen einzelne Handlungen von Widerstand oder politischem Widerspruch vorzugehen. Dabei spielte die
politische Strafjustiz eine hervorgehobene Rolle. Die Studie untersucht erstmals aktenmäßig die zentralen Bereiche der politischen Strafjustiz gegen Angeklagte, die mit Bezug zum heutigen Bundesland Hessen
vor dem Volksgerichtshof (284 Angeklagte), den Oberlandesgerichten in Darmstadt (bis 1936, 570 Angeklagte) und in Kassel (3.548 Angeklagte) sowie in der Zeit von Frühjahr 1933 bis April 1934 vor den Sondergerichten Darmstadt (515 Angeklagte) und Frankfurt/M. (111 Angeklagte) geführt worden sind. Einbezogen sind auch die Gerichtsorganisation, der verfahrensrechtliche Rahmen und die Entwicklung der einschlägigen Rechtsvorschriften. Über die beteiligten Richter und Staatsanwälte berichtet ein gesonderter Beitrag. Schließlich informiert das abschließende Kapitel über den außerordentlichen Einspruch und die Nichtigkeitsbeschwerde als besondere Rechtsbehelfe, die der Staatsanwaltschaft zur Verfügung standen.


Die Herausgeber und Autoren:
Theo Schiller ist Professor am Institut für Politikwissenschaften des Fachbereichs
Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Philipps-Universität Marburg und Sprecher der interdisziplinären Arbeitsgruppe "NS-Justiz in Deutschland und Österreich". Er hat die Forschungsarbeiten maßgeblich mit initiiert und begleitet.


Wolfgang Form war Leiter des Projekts. Er ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Rechtswissenschaften und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft der
Philipps-Universität und war im Rahmen eines Dokumentationsprojektes zu Widerstand und Verfolgung während des Nationalsozialismus in Hessen mehrere Jahre im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden beschäftigt.


Die drei ehemaligen Wissenschaftlichen Mitarbeiter am Fachbereich Rechtswissenschaften
Frank Dietmeier, Harald Hirsch und Michael Lojowsky befassten sich mit Teilbereichen der Untersuchung.


Joachim Rückert, Vorsitzender der Frankfurter Juristischen Gesellschaft, war Mitglied des
wissenschaftlichen Beirats.


Verlauf der Veranstaltung