26. August 2004
Wert und Geltung des Code civil in geschichtlicher Perspektive
von Herrn Professor Alfons Bürge, München
um 18.00 Uhr c.t. im großen Sitzungssaal der ING BHF-BANK AG, Bockenheimer Landstraße 10, Eingang Oberlindau 2, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeit besteht im Parkhaus Alte Oper.
Vor dem Vortrag lädt die ING BHF-BANK AG zu einem kleinen Umtrunk ein.


Zur Person: Geboren 1947 in der Schweiz, Studium der klassischen Philologie an der Universität Zürich und Promotion 1972. Seine Beschäftigung mit Ciceros Verhältnis zur Jurisprudenz animierte ihn als Assistent am Klassisch-philologischen Seminar zum Studium der Rechtswissenschaft. Nach Studien bei Max Kaser promovierte er 1979 mit einer Arbeit zum römischen Retentionsrecht bei Hans Peter in Zürich. 1980-1981 war er als Gerichtssekretär in Zürich tätig, seit 1982 als Rechtsanwalt. Als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds war er von 1982-1985 in Paris und am Max-Planck-Institut für ausl. und intern. Privatrecht in Hamburg, um das Zusammenspiel von Rechtsdogmatik und Wirtschaft insbesondere in der Entwicklung des französischen Privatrechts im 19. Jahrhundert zu erforschen; 1985 Assistent am Leopold-Wenger-Institut in München, 1987 Habilitation für Römisches Recht, Privatrechtsgeschichte der Neuzeit und Bürgerliches Recht in Salzburg bei Theo Mayer-Maly. 1993-1999 o. Professor für Römisches Recht und Zivilrecht an der Universität des Saarlandes. 1994 Ruf nach Salzburg. Seit 1999 Professor für Römisches Recht und Deutsches Bürgerliches Recht am Leopold-Wenger-Institut in München. Im Frühjahr 2004 zum ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

Zum Vortrag: Die Zweihundertjahrfeier des Code civil des Francais lädt zum Nachdenken darüber ein, worauf die nachhaltige Wirkung dieser Kodifikation beruht. Da seit seinem Erlass Frankreich einen ungeheuren wirtschaftlichen Wandel vom vorindustriellen, von der Landwirtschaft geprägten Staat über die Industrialisierung bis hin zur modernen Dienstleistungsgesellschaft durchgemacht hat, lohnt es sich zu fragen, wie sich diese Entwicklungen in der Gesetzesanwendung niederschlagen. Hinter dem oft liebevoll gepflegten Mythos dieses mit dem Namen Napoleons verbundenen Gesetzbuches verbergen sich Konstanten und Variablen, denen das besondere Interesse bei diesem Gang durch die Zeiten gilt. Dabei geht es um so grundlegende Fragen wie die Eigentumsverfassung und die Vertragskonzeption im Zusammenspiel mit der Wirtschaft und der öffentlichen Hand.