29. September 2011
Gemeinsam mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen
und dem Akademischen Zentrum Rabanus Maurus
veranstaltet die FJG ein juristisch-theologisches Fachkolloquium mit dem Thema


"Religion und Staat – Der Anspruch auf absolute Wahrheit"
mit
Herrn Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio
Herrn Professor Dr. Franz-Josef Bormann
Herrn Professor Dr. Rauf Ceylan

um 18.00 Uhr c.t. im Haus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen in Parkhaus Konstabler (Töngesgasse 8), Hauptwache (Kornmarkt 10) oder Alt-Sachsenhausen (Walter-Kolb-Straße 16). Das Parkhaus Römer ist zur Zeit wegen Bauarbeiten geschlossen.

Zum Thema: Religionen erheben den Anspruch, die einzig gültige Offenbarung zu haben. Sie beanspruchen deshalb letztgültige Wahrheit in Fragen des Lebens oder Verhaltens von Menschen, nicht zuletzt der Moral. Wie verträgt sich das mit einem Staat, der zwar gegenüber Religionen wohlwollend neutral ist und Religionsfreiheit zu gewähren hat, der sich aber zugleich einem solchen Anspruch verweigern muss und allein verfassungsrechtliche Garantien und demokratische Entscheidungen als verbindlich anerkennen darf. Der Anspruch der Religionen, über Wahrheiten zu verfügen, die, weil göttlichen Ursprungs, nicht zur Disposition gestellt werden können, den das Recht für das Staatswesen wohl nicht anerkennen darf, kann zu Problemen in einer demokratischen Staatsordnung führen. Das Thema stellt sich für Christen, möglicherweise aber noch intensiver für Muslime, zumal dann, wenn sie Wert darauf legen, dass Religion nicht Privatsache ist.

Zur Person: Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, geb. 1954, ist Richter des Bundesverfassungsgerichtes. Nach Studium der Jurisprudenz und der Sozialwissenschaften 1982 1. Juristisches Staatsexamen in Hamm, 1985 2. Juristisches Staatsexamen in Düsseldorf; von 1985 bis 1986 Richter am Sozialgericht Duisburg, danach bis 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Öffentliches Recht der Universität Bonn; 1987 Promotion zum Doktor der Rechte in Bonn mit der Arbeit "Rechtsschutz im parlamentarischen Untersuchungsverfahren" und 1990 in Duisburg im Fach Sozialwissenschaften mit der Dissertation "Offener Diskurs und geschlossene Systeme"; 1993 Habilitation an der Universität Bonn mit der Arbeit "Risikoentscheidungen im Rechtsstaat", Professur für öffentliches Recht an den Universitäten Münster (Mai 1993), für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Trier (November 1993), für Öffentliches Recht und Verfassungsgeschichte an der Universität München (1997) und für Öffentliches Recht an der Universität Bonn (2003). Seit Dezember 1999 Mitglied des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichtes.

Zur Person: Prof. Dr. Franz-Josef Bormann, geb. 1965, ist Professor für Moraltheologie. 1984 – 1986 Studium der Philosophie und der katholischen Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main, 1986 – 1988 Fortsetzung des Studiums an der Universität München und der Hochschule für Philosophie (SJ), München sowie von 1988 - 1991 an der Pontificia Universitas Gregoriana, Rom; 1991 – 1995 Aufbaustudien an der Hochschule für Philosophie und an Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen; 1995 – 1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Evangelische und Katholische Theologie, Universität Kiel; 1998 Promotion zum Dr. theol. an der Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen; 1999 – 2004 wissenschaftlicher Assistent am Institut für Systematische Theologie, Universität Freiburg unterbrochen von Forschungsaufenthalten in Oxford, Harward University und Boston College (2002 – 2003); 2004 Diakonenweihe und 2005 Priesterweihe; 2005 Habilitation an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; 2005 – 2008 Professor für Moraltheologie und Ethik an der Theol. Fakultät Paderborn, seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie, Katholisch- Theologische Fakultät der Universität Tübingen.

Zur Person: Prof. Dr. Rauf Ceylan, geb. 1976, ist Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Osnabrück. 1996 – 2000 Studium an der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Muslime in Deutschland; 2001 – 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaft, zugleich 2001 – 2004 promotionsvorbereitendes Studium der Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum; 2006 Promotion mit einer Arbeit zum Thema "Ethnische Kolonien. Entstehung, Funktion und Wandel am Beispiel türkischer Moscheen und Cafés"; 2006 – 2007 Referent im Zentrum für interkulturelle Kompetenz, Duisburg; 2007 – 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dezernat des Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg mit dem Schwerpunkt: Islam, Islamische Organisationen, Interreligiöser Dialog, Muslime in Deutschland; seit 2008 Dozent für die Konrad-Adenauer-Stiftung; seit 2009: Professur für Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt Islamische Religionspädagogik am Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften der Universität Osnabrück und Lehrstuhl für die Religion des Islams – Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster.