30. Januar 2018
"Europa als Ort der Freiheit"
Ein Vortrag von Frau Dr. Dr. h.c. Gret Haller, Bern
um 18.15 Uhr c.t. im Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, 2. OG, Neue Mainzer Str. 49, Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Junghofstraße oder Goetheplatz.

Zur Referentin: Gret Haller, geb. 1947 in Zürich, ist Juristin, Politikerin und Buchautorin. Nach ihrer Dissertation über die UNO-Menschenrechtspakte wurde sie 1975 Sachbearbeiterin für die Europäische Menschenrechtskonvention im Bundesamt für Stadtregierung. Seit 1987 Mitglied des Nationalrats und 1993/94 dessen Präsidentin, gehörte sie auch den Parlamentarischen Versammlungen von Europarat und OSZE an. 1994-1996 war sie Schweizer Botschafterin beim Europarat, 1996-2000 Menschenrechtsbeauftragte der OSZE für Bosnien & Herzegowina in Sarajewo. 2006-2011 arbeitete sie als Gastwissenschaftlerin am Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Für ihr Engagement im Bereich der Menschenrechte hat ihr die Universität St. Gallen ein Ehrendoktorat verliehen. Publikationen: Die Grenzen der Solidarität; Europa und die USA im Umgang mit Staat, Nation und Religion (Berlin 2002/E-Book 2001); Menschenrechte und Volkssouveranität in Europa; Gerichte als Vormund der Demokratie? Mitherausgeberin mit Klaus Günther und Ulfried Neumann (Frankfurt am Main/New York 2011); Menschenrechte ohne Demokratie? Der Weg der Versöhnung von Freiheit und Gleichheit (Berlin 2012).

Zum Vortrag: Europa steht vor einer Herausforderung vergleichbar mit jener am Ende des 18. Jahrhunderts. Damals wurde der demokratische Nationalstaat erfunden und mit ihm der Staatsbürger. Unabhängig von seiner Herkunft bestimmt er die öffentliche Ordnung mit und orientiert sich an der Zukunft. Dieser politischen Individualisierung des Staatsbürgers stellen sich heute nationalistische Bewegungen entgegen. Sie wollen die Menschen zurückdrängen in eine kollektive Identität der Herkunft und der Vergangenheit. Kürzlich ist gleichzeitig auf deutsch und französisch ein neues Buch von Gret Haller zu diesem Thema erschienen, das die Referentin vorstellen wird. Die darin enthaltenen Auszüge aus Texten der beiden Schweizer Autoren Denis de Rougemont (1965) und Alfred Kölz (2002) zeigen Verbindungslinien auf zwischen der Schweiz und Europa. Das individualistisch ausgerichtete schweizerische Staatsverständnis verbindet deutsche mit französischer politischer Kultur. Darin finden sich interessante Elemente im Zusammenhang mit der politischen Kultur, die sich heute in der Europäischen Union entwickelt.