31. Januar 2013
"Grund- und Menschenrechte: Bedürfen sie einer demokratischen Legitimation?"
Ein Vortrag von Frau Dr. Dr. h. c. Gret Haller, Bern
um 18.00 Uhr c.t. im Haus am Dom. Domplatz 3. Frankfurt am Main. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Konstabler (Töngesgasse 8), Hauptwache (Kornmarkt 10) oder Alt-Sachsenhausen (Walter-Kolb-Straße 16). Das Parkhaus Römer ist zurzeit wegen Bauarbeiten geschlossen.

Zur Person: Gret Haller, geb. 1947 in Zürich, ist Juristin, Politikerin und Buchautorin. Nach ihrer Dissertation über die UNO-Menschenrechtspakte wurde sie 1975 Sachbearbeiterin für die Europäische Menschenrechtskonvention im Bundesamt für Justiz. Ab 1978 war sie Rechtsanwältin, danach vier Jahre Mitglied der Berner Stadtregierung. Seit 1987 Mitglied des Nationalrates und 1993/94 dessen Präsidentin, gehörte sio auch den Parlamentarischen Versammlungen von Europarat und OSZE an. 1994-1996 war sie Schweizer Botschafterin beim Europarat, 1996-2000 Menschenrechtsbeauftragte der OSZE für Bosnien & Herzegowina in Sarajewo. 2006-2011 arbeitete sie als Gastwissenschaftlerin am Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Für ihr Engagement im Bereich der Menschenrechte hat ihr die Universität St. Gallen ein Ehrendoktorat verliehen. Publikationen: Die Grenzen der Solidarität; Europa und die USA im Umgang mit Staat, Nation und Religion (Berlin 2002/E-Book 2011); Menschenrechte und Volkssouveränität in Europa; Gerichte als Vormund der Demokratie? Mitherausgeberin mit Klaus Günther und Ulfrid Neumann (Frankfurt am Main/New York 2011); Menschenrechte ohne Demokratie? Der Weg der Versöhnung von Freiheit und Gleichheit (Berlin 2012).

Zum Vortrag: Seit dem Ende des Kalten Krieges werden militärische Interventionen des Westens auch mit dem Schutz der Menschenrechte begründet. Voraussetzung dafür ist, dass man diese Rechte als exportierbar betrachtet. Eine andere Betrachtungsweise misst dem Aushandeln der Rechte durch die Berechtigten eine gewisse Bedeutung zu. Diese Sicht der Dinge, die Gleichheit als konstituierendes Element der Freiheit begreift, wurde erst mit dem Ende des Kalten Krieges denkbar. Als neue Chance ist sie aber noch kaum verstanden worden.